Buchansicht

Florian Stoll (Hg.)

Globaler Verblendungszusammenhang

Kritik der Antiglobalisierungsbewegung

Frühjahr 2006, ca. 300 Seiten, ca. XX €, ISBN: 3-924627-86-X

in Vorbereitung

Wenn sich so verschiedene Gruppen wie Autonome, enttäuschte Sozialdemokraten, Reformchristen, Islamisten und bekennende Nazis unter einem Slogan wiederfinden, spiegelt das die hegemoniale Ideologie des 21. Jahrhunderts wider: Ob sie sich radikal „gegen Globalisierung“ -was auch immer das sein soll - positionieren oder, radikal verwässert, „Globalisierung ja, aber so nicht“ mahnen, stets münden die Parolen im Ressentiment, das Kritik nur im Außen zuläßt und deshalb die Bereitschaft bekundet, der Herrschaft sich unterzuordnen: wenn es denn nur die richtige ist. Denn der moralisierende Antikapitalismus der Antiglobalisierungsbewegung ist nur die kollektive Weigerung, die Vergesellschaftung durch Staat und Kapital zu kritisieren. Vielmehr bildet die Spaltung in produktives und bodenständiges, unproduktives und heimatloses Finanzkapital die gemeinsame Basis aller „Globalisierungskritik“, sei sie nun mit allerlei Ethnokitsch ausgeschmückt oder moralisch verklärt. Die vollkommene Begriffslosigkeit in der warenproduzierenden Gesellschaft führt dazu, daß bestenfalls versehentlich von Menschen gesprochen wird, die nur „Anhängsel der Maschinerie“ (Marx) sind und die im Kapitalprozeß um ihr Überleben kämpfen müssen. Dafür wird meist von den dunklen Mächten einer neoliberalen Konspiration schwadroniert, deren Protagonisten den Betroffenen, insbesondere den „Völkern“, die Würde und den Lebenssinn, auch die Verwurzelung im Boden rauben. Zusammenbruchskrise, Faschismus und Shoah werden so zu bloßen Fußnoten der Geschichte des globalen Verblendungszusammenhangs.

Mit Beiträgen von

Ayelet Banai-Miller, Joachim Bruhn, Manfred Dahlmann, Hannes Gießler, Alex Gruber, Martin Janz, Jan Langehein, Hans Willi Raffelsiefen, Hartmut Regitz, Gerhard Scheit, Ilka Schröder, Gerhard Stapelfeldt, Florian Stoll, Karl Rauschenbach und anderen.

Über:

Trennmarker